Cronotastische Weihnachten

Türchen 21

Willkommen in meinem 21. Türchen. Wahnsinn. Nun hast Du schon beinah den gesamten Kalender hinter Dir! Heute erwartet Dich ein letztes Mal ein spukbustereskes Vergnügen. Zum einen möchte ich gern den Serien-Trailer der ganzen Spiritus Daemonis-Reihe vorstellen. Es ist mein Lieblingstrailer, deshalb hab ich mir den bis zum Schluss aufgehoben. 🙂

Ich habe eine Weile überlegt, was ich Dir an dieser Stelle präsentieren sollte. Und dann hab ich mich dafür entschieden, noch einmal zum ersten Teil der zweiten Folge zurückzukehren. Zu dem Teil also, der bereits als Chatstory zu lesen ist und in Kürze als Printbuch erscheinen wird. Die Printversionen haben kleine Retrospektiven auf die Geschichte aus Teresas und Vincents Sicht, die es in den Chatstorys nicht gibt. Die zwei Retros vom Prolog (Teresa) und von Kapitel 1 (Vincent) will ich Dir an dieser Stelle schon einmal verraten.

Teresas Retrospektive

Bis auf das schwache Licht der Messinglampe auf dem Schreibtisch, war es dunkel in meinem kleinen Esoterikfachgeschäft. Ich saß in einem alten Ledersessel, der deutliche Spuren seiner früheren Besitzer trug, die von langen, einsamen Winterabenden erzählten. Das abgegriffene Leder unter meinen Händen spürend, beobachtete ich die vorbeieilenden Passanten, die – entsprechend dem Wetter und der vorangeschrittenen Uhrzeit – nur ein Ziel vor Augen hatten: Das trockene, traute Heim zu erreichen. Irgendwann verlor sich mein Fokus und ich begann die Regentropfen anzustarren, die am Fenster herabrinnend meine Sicht störten.

Ich versuchte dem ungastlichen Wetter vor der Tür die Möglichkeit einer meditativen Übung abzuringen. Doch der Regen weckte Erinnerungen an ein Abenteuer, das ich zu gern vergessen hätte. Ein Abenteuer, das an einem verregneten, düsteren Tag wie diesem sicher eine schöne Lektüre abgegeben hätte, das aber ganz sicher niemand am eigenen Leib erfahren wollte.

Ich lehnte mich zurück und schloss die Augen. Sofort tauchten Bilder aus dem Brunnen meiner Erinnerung auf, drängten sich an die Oberfläche …

Bis zum großen Finale war auch ich mehr Statistin als Mitwirkende gewesen, doch letztendlich war meine Rolle in diesem kuriosen Schauerstück ungleich grausamer als die eines bloßen Zuschauers: Ich hatte gewissermaßen miterlebt, was er erfahren hatte. Ich hatte seine verzweifelten Versuche aus der Ferne hören, ja, spüren können. Den ungleichen Kampf: Betrüger gegen Monster, Unglaube gegen Wahrheit, Mensch gegen Dämon.

Wenn ich ehrlich bin, dann hatte ich schon damals geahnt, worauf Vincent zusteuerte. Mit jeder Minute hatte sich das Bewusstsein für die Gefährlichkeit der Situation tiefer in meinen Geist gebrannt. Doch er hatte nicht auf mich gehört, hatte sich über meine Warnungen lustig gemacht und die Angst der Eltern nicht verstanden. Unwissend und naiv war er in sein Verderben gerannt – und hatte am Ende auch mich mit sich gerissen, mein Schicksal unlöslich mit dem seinen verknüpft.

Nun waren wir beide an das Böse gebunden.

Und aneinander.

Danach war einige Zeit ins Land gegangen. Zeit, in der sich Vincent in Distanz geübt hatte. Sicher  hatte dieser selbstironische Atheist deutlich mehr als ich mit dem Pfad zu kämpfen, auf den er uns beide gedrängt hatte. Ob er es nun zugeben wollte oder nicht: Unser unfreiwilliges Abenteuer hatte ihm die Unendlichkeit des Universums vor Augen geführt und die Winzigkeit seiner eigenen Existenz, es hatte ihn Demut gelehrt – hoffentlich – und die Existenz des Jenseits – hoffentlich.

Zugegeben – ich war etwas neugierig gewesen, zu erfahren, ob Vincent sich verändert hatte. Ob er sich mental auf das vorbereitet hatte, was als nächstes auf uns zukommen würde? Hatte er sich mit all den offenen Fragen auseinandergesetzt? Wer war dieser Dämon? Weshalb war er hier und was waren seine Pläne? Welche Rolle spielen wir in seinem Spiel, und wie lange würde es dauern, bis er beschließt, sich gegen uns zu wenden?

Actionscript [“Internetverbindung”] – ggf. Hintergrundmusik

Der Dämon jedenfalls war seinerseits alles andere als untätig gewesen. Ganz im Gegenteil. Er schien nach und nach die unendlichen Chancen der Neuzeit für sich entdeckt zu haben. Und wir sollten schon bald erfahren, welche fatalen – oder in Vincents Fall letalen – Folgen das haben würde.

Rückblickend fragte ich mich, ob ich irgendeine Möglichkeit gehabt hatte, den Wahnsinn unseres zweiten Abenteuers aufzuhalten. Ob ich mich mehr hätte wehren sollen, hätte wehren können.

Nein.

Im Grunde waren wir von Anfang an chancenlos gewesen.

Vincents Retrospektive

Ich kam gerade von einer kleinen Schwindelei, die einen Spendenaufruf, eine Radiosendung und ein Huhn beinhaltet hatte, als Teresa mich erreichte, um mir von ihrem neuen Plan zu erzählen. Genaugenommen war es nicht ihr Plan, sondern der eines semi-bösen Dämons – möglicherweise auch tatsächlich böse und brillant manipulativ. Die Beziehung zu Male hatte sich nicht großartig verändert. Er hatte Interesse am Internet gezeigt, was nicht verwunderlich war, wenn man die vergangenen Jahrtausende in der Hölle zugebracht hatte und nur hin und wieder herausgekommen war, um jemanden zu besetzen und Priester zu verärgern. Seine Manipulation von Teresas Website war uns beiden nicht wirklich aufgefallen, obwohl ich durchaus ein paar Fähigkeiten … nun, es geht hier nicht um mich. Nicht nur.

Male hatte sich schnell eingelebt – wenn man das bei einem Dämon so nannte  – und sich erstaunlich schnell in unsere (wie er meint: primitive) Sprache eingearbeitet. Da ich noch immer kein richtiges Latein spreche, verstehe ich dennoch manche Wörter nicht, die er hier und da platziert. Ich bin mir meist nicht mal sicher, ob er die deutschen Synonyme dazu wirklich nicht kennt, oder ob er nur einen gewissen Effekt erzeugen möchte. Vielleicht sind ihm seine dämonischen Wurzeln doch wichtiger, als er uns weismachen möchte.

Vertrauen können wir ihm sicherlich nicht, aber was sollen wir tun? Loswerden geht nicht und irgendwie habe ich das Gefühl, dass ein Dämon hier und da nützlich sein kann.

Wir hatten eine Tür geöffnet und nun war es wichtig möglichst viele Bretter vor den geschaffenen Durchgang zu nageln – wenn Male uns in diesem Zusammenhang nicht auch belogen hatte.

Was viel wichtiger ist: Wir hatten einen neuen Fall.

So beginnt doch jede gute Geschichte.

Und unsere auch.

Denn zu dem Zeitpunkt hätten wir noch nicht ahnen können, wie überaus weltlich die Bedrohung sein würde und dass der Kontrast zwischen Diesseits und Jenseits nicht immer so deutlich war, wie wir es uns in unserer menschlichen Naivität zu gerne einbilden.

Noch eine Kleinigkeit

An dieser Stelle möchte ich Dir noch ein kleines Geheimnis anvertrauen, das ich mit dem Rest der Welt erst ab morgen teilen werde und dass Dich womöglich freut, wenn Du nach dem Text eben gern weitergelesen hättest:

Im Januar erscheint Folge 02 als Print (um meine Andeutung von weiter oben etwas zu konkretisieren). Du kannst mich sehr gern über Instagram, Facebook, Twitter etc. kontaktieren und Dir Dein Exemplar reservieren.

Wenn Du vorbestellst, kannst Du Dir bei Interesse sogar die dazugehörige Buchbox sichern: Sie enthält gewissermaßen das von Vincent vermisste und bemängelte Exorzistenstarterpaket. Neben Folge 02 als Print bedeutet das: Ein fluoreszierender Rosenkranz, ein Weihwasserfläschchen (mit Selbstpansch-Anleitung von Vincent), ein Dämonischer Vertrag mit Male (mit Wachs versiegelt) und eine Duftkerze für den exorzistischen Hausgebrauch enthalten.

Wobei es drei verschiedene Kerzen gibt, die alle vegan und tierversuchsfrei handgefertigt wurden von unserer Autorenkollegin Stefanie Kullick unter ihrem Kerzenlabel Heartasy: Eine je für Teresa, Vince und Male spezifisch designt:

Males dämonische, schwarz-rote Kerze ist aus höllischer Asche, verziert mit roten Schmucksteinen und ist mit einer Silberkette und Pentagramm versiegelt. Sie riecht dank eines Duftzwillings nach „Le Male“. 

Vincents Kerze ist mit einem Rosenkranz-Armband a la Spukbusters gesichert (mit Kreuz UND Pentagramm), und enthält ein Wachskreuz und einen Salzkreis. Sie riecht dank des Duftzwillings nach „J’adore“.

Teresas Kerze hat einen halbmond aus Rosenblüten und einen Opal in Mondform, der auch als Schmuckanhänger taugt – genauso wie ihr schöner Silberanhänger draußen, der an einem zarten Silberarmband hängt. Sie riecht dank eines Duftzwillings nach „Lovespell“

Man kann die Box mit einer dieser Kerzen haben oder mit allen drei Kerzen. 

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